
Litauen hat die Finanzierung ausgesetzt und praktisch den Erwerb der brasilianischen Militärflugzeuge Embraer C-390 Millennium eingefroren, bis eine Antikorruptionsuntersuchung abgeschlossen ist, die den Beschaffungsprozess betrifft.
Die Entscheidung wurde vom litauischen Verteidigungsminister bestätigt, der betonte, dass kein Vertrag unterzeichnet werde, bevor die Ermittlungen abgeschlossen seien und die Finanzierungsquellen eindeutig festgelegt wurden, wie der öffentliche Rundfunk LRT berichtet.
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Untersuchung durch die wichtigste Antikorruptionsbehörde des Landes
Die Untersuchung wird vom litauischen Sonderermittlungsdienst (STT) durchgeführt, der bedeutendsten Antikorruptionsbehörde des Landes. Der STT leitete ein Vorverfahren ein, um den Beschaffungsprozess der drei C-390 zu überprüfen, nachdem Mitglieder des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Verteidigung Fragen zur Transparenz und zur Geschwindigkeit des Lieferantenauswahlprozesses aufgeworfen hatten.
Der Kauf der drei Flugzeuge war im Juni 2025 angekündigt worden, nachdem der Staatsverteidigungsrat seine Zustimmung gegeben hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatte Embraer offiziell bestätigt, dass die C-390 als zukünftige Transportplattform der litauischen Luftwaffe ausgewählt worden war.
Verhandlungen liefen und waren von der Finanzierung abhängig
Bereits vor der Aussetzung hatte das litauische Verteidigungsministerium im September 2025 erklärt, dass der Vertrag noch nicht unterzeichnet worden sei und die Verhandlungen fortgeführt würden – insbesondere im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Kauf mit den Niederlanden, die ebenfalls die C-390 betreiben. Die Fortsetzung des Projekts hing zudem von der Sicherstellung zusätzlicher Finanzmittel ab, einschließlich möglicher europäischer Fördermittel.
Oppositionsabgeordnete und einige Parlamentsmitglieder kritisierten den Plan und argumentierten, Litauen solle die Modernisierung der bestehenden C-27J Spartan-Flugzeuge priorisieren, anstatt in neue Plattformen zu investieren. Sie forderten außerdem, dass die Ressourcen während der Untersuchung auf dringendere Bereiche wie die Luftverteidigung umgeleitet werden sollten.
Die Aussetzung ist politisch, nicht rechtlich verpflichtend — und die Vereinbarung könnte zurückkehren
Obwohl die Untersuchung rechtlich nicht verpflichtet, den Beschaffungsprozess auszusetzen, betont das Verteidigungsministerium, dass die Entscheidung rein politisch sei: Keine Mittel werden freigegeben, bevor der STT seine Analyse abgeschlossen hat. Wenn die Untersuchung keine Unregelmäßigkeiten feststellt und Finanzierungsquellen gefunden werden, könnte Litauen das Projekt wieder aufnehmen.
Nach den ursprünglichen Plänen sollte das erste C-390-Flugzeug etwa Mitte 2028 geliefert werden.
Die Aussetzung stellt einen erheblichen Rückschlag für das Modernisierungsprogramm der litauischen Militärluftfahrt dar, das in der C-390 eine moderne und leistungsfähigere Alternative zur Ersetzung älterer Flugzeuge und zur Verbesserung der Interoperabilität mit europäischen und NATO-Partnern sah.
Quellen und Bilder: Embraer | Militarnyi | LRT. Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt und vom Redaktionsteam überprüft.
